[Robert Biberti] [Erwin Bootz] [Erich Collin] [Roman Cycowski] [Harry Frommermann] [Ari Leschnikoff]


 
Erwin Bootz, Piano

 

Erwin Bootz

Erwin Bootz wurde am 30. Juni 1907 in Stettin geboren. Er wuchs in einem verhältnismäßig reichen Elternhaus mit sechs Geschwistern auf. Mit vier Jahren begann Erwin Bootz Klavier zu spielen. Mit 17 Jahren besuchte er dann die Musikhochschule Berlin, an der er 4 Jahre studierte. 1928, Erwin Bootz war noch auf der Musikhochschule, wurde er von Ari Leschnikoff gefragt, ob er nicht Lust habe, bei einem "merkwürdigen Musik-Ensemble" mitzumachen.
Nachdem sich die Comedian Harmonists trennen mußten, ließ sich Erwin Bootz von seiner Frau Ursula scheiden. Seine Freunde warfen ihm daraufhin vor, sie nur verlassen zu haben, weil sie Jüdin war. Tatsächlich galt die Eheschließung mit einer jüdischen Frau seit den Nürnberger Rassengesetzen von 1935 als verboten, doch galt dieses Gesetz nicht für bereits bestehende Ehen. Bootz selbst hatte die Vorwürfe immer bestritten. Er heiratete etwa ein Jahr nach der Scheidung seine alte Jugendliebe und arbeitete von nun an als Komiker, Autor, Orchesterleiter und Komponist. 1942 wurde Erwin Bootz als Soldat einberufen, schon nach einiger Zeit bemerkte man aber seine musikalischen Fähigkeiten. So wurde er zum Alleinunterhalter in verschiedenen Offizierkasinos. Nach der Geburt seines ersten Sohnes versuchte Bootz in der Filmbranche unterzukommen. In dieser Zeit ließ er sich erneut scheiden. Später arbeitete er in Berlin und Hamburg, schrieb über 180 Dialogbücher und übernahm bei zirka 100 Filmen die Dialogregie. 1959 wanderte Bootz dann nach Kanda aus, wo er zum dritten Mal heiratete. Auch hier war er im Medienbereich erfolgreich, bekam sogar eine eigene TV-Show. Nach elf Jahren zog er aber doch wieder nach Deutschland zurück, er arbeitete nun hauptsächlich an Theatern in Bochum, Bremen und Berlin.

Erwin Bootz starb am 27. Dezember 1982 im Alter von 75 Jahren infolge eines Herzinfarktes in Hamburg.